Erwerbsbeteiligung der Generation Z klettert auf Höchststand
Über die sog. Generation Z wird häufig das Vorurteil kolportiert, sie sei mehr an Work-Life-Balance interessiert als an Arbeit. Gemäß diesem Klischee zeigt die Generation Z, also die zwischen 1995 und 2010 Geborenen, wenig Engagement und präferiert eine Viertagewoche. Dass dies nicht zutrifft, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nach deren Ergebnissen ist die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen um 6,2 Prozentpunkte auf 75,9 % gestiegen. Der Anstieg ist vor allem auf eine zunehmende Erwerbsbeteiligung unter Studierenden zurückzuführen. Damit ist die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen heute so hoch wie zuletzt Mitte der 1990er-Jahre, als die Babyboomer Mitte bzw. Ende zwanzig waren.

75 % der 20- bis 24-Jährigen sind erwerbstätig
Forschende des IAB haben auf Grundlage von Daten des Mikrozensus, der Bundesagentur für Arbeit und der Bevölkerungsstatistik des Statistischen Bundesamts das Arbeitsverhalten der Generation Z analysiert und gefragt, ob sich diese Altersgruppe tatsächlich schwächer am Arbeitsmarkt als früher beteiligt. Die Ergebnisse zeigen, dass 75 % der 20- bis 24-Jährigen erwerbstätig sind. So ist die Erwerbsbeteiligung der Generation seit 2015 überdurchschnittlich um mehr 6 Prozentpunkte auf rund 76 % gestiegen. 2015 ist dabei das Jahr, in dem der erste Jahrgang der Generation Z in die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen vorrückte. In den Jahren 1995 bis 2015 war die Erwerbsbeteiligung dieser Altersgruppe dagegen konstant gesunken. Im Vergleich dazu hat die Erwerbsbeteiligung der 25- bis 64-Jährigen im gleichen Zeitraum ihren langfristigen Aufwärtstrend fortgesetzt und ist um 2,8 Prozentpunkte auf fast 87 % gestiegen. Damit fällt der Anstieg deutlich geringer aus als bei den Jungen.
Mehr Studierende mit Nebenjobs
Die höhere Erwerbsbeteiligung Jüngerer resultiert vor allem aus einem wachsenden Anteil Studierender mit Nebenjobs: Die Erwerbsquote unter Studierenden im Alter von 20 bis 24 Jahren zwischen 2015 und 2023 hat um 19,3 Prozentpunkte auf 56 % zugenommen. Gleichzeitig ist die Erwerbsquote unter allen Nichtstudierenden dieser Altersgruppe im genannten Zeitraum ebenso gestiegen – um 1,6 Prozentpunkte auf 85,9 %. Der Anstieg der Erwerbsquoten sei zu großen Teilen, aber nicht ausschließlich, auf eine höhere Erwerbsbeteiligung unter Studierenden zurückzuführen, wie IAB-Forscher Timon Hellwagner meint. Dieser Befund widerspreche gängigen Klischees in Bezug auf die mangelnde Arbeitsbereitschaft der Generation Z, passe aber zu weiteren generationsspezifischen Ergebnissen. Junge Leute wechseln heute nicht häufiger den Job als früher und auch die Entwicklung der gewünschten Arbeitsstunden bei den Jungen unterscheide sich nicht von denen älterer Arbeitnehmenden.